Office Lens: Abfotografieren von Tafel/Whiteboard/Flipchart

Eine Schwäche analoger Medien wie Tafel, Whiteboard oder Flipchart ist die Bereitstellung des fertigen Anschriebs auf Lernplattformen oder in Handouts. Üblicherweise fotografiert man die Medien einfach ab. Sprich den Bildschirmausschnitt mit dem Smartphone oder einer Kamera möglichst gut wählen und das Foto anschließend richtig drehen und den Ausschnitt gegebenfalls noch mal nachbearbeiten. Eine App, die den Lehrenden und Lernenden das Leben deutlich vereinfacht, heißt Office Lens (für Windows/Android/iOS).

Beschriebene Flipchart in einem Seminarraum

Office Lens erkennt beim Fotografieren automatisch die Begrenzung des Mediums, hier im Beispiel also die Ränder der Flipchart, und schneidet den Bildausschnitt auf die Inhalte zu. Das Tolle daran: Sie müssen beim Fotografieren nicht perfekt mittig stehen: Das Bild wird von Office Lens auch bei schrägen Aufnahmen gerade gerechnet.

Im Vergleich: links die leicht schräge Aufnahme und rechts das Ergebnis von Office Lense.

OfficeLens_Aufnahme OfficeLens.Ergebnis

Anschließend lässt sich das Bild als Foto oder PDF exportieren und kann einfach in die Lernplattform oder in ein Handout eingebunden werden. Auf die gleiche Art und Weise lassen sich übrigens Briefe oder andere Textdokumente sowie auch Visitenkarten digitalisieren.

Office Lens eignet sich für Lehrende und Lernernde gleichermaßen, funktioniert einfach und spart eine Menge Zeit. Es steht kostenlos im Windows-/Play- bzw. App-Store  zur Verfügung und ist damit sehr gut für BYOD-Szenarien geeignet.

Credits: Flipchartbild Elvira Schulze, Idee zum Beitrag gefunden in Techniktagebuch Blog

Übrigens: Kreidetafel, (analoges) Whiteboard, Flipchart.. klingt das für Sie nach alter Pädagogik? In eLearning-Beratungen frage ich die Lehrenden immer, welche Medien nutzen Sie? Dabei höre ich nicht selten Entschuldigungen oder gar Rechtfertigungen á la „Ich nutze noch die Tafel.. ich weiß, nicht sonderlich modern..“. Vermutlich ein Zeichen von Verunsicherung. Es könnte ja sein, dass ich gleich eine viel modernere digitale Methode aus dem Hut zaubere.

Klären wir das: Beim Medieneinsatz gibt es nur einen sinnvollen oder eben nicht sinnvollen Medieneinsatz, das hat mit „modern“ nichts zu tun. Für die Herleitung einer Formel gibt es nichts Besseres als die Tafel. Das langsame Entstehen der Tafelanschrift gibt den Studierenden Zeit, mitzudenken, sich Notizen zu machen und sich dadurch sofort mit den Inhalten auseinanderzusetzen. An der Tafel erklärt der Lehrende die Inhalte direkt an der Stelle, wo diese auch visualisiert werden – im Gegensatz zur Beamerprojektion, wo Vortragender und Visualisierung räumlich voneinander getrennt sind. Informationen auf Flipcharts verbleiben für die komplette Präsenzsitzung sichtbar im Raum stehen und verschwinden nicht beim nächsten Klick in der Powerpointpräsentation. Moderationskarten auf Pinwänden ermöglichen die aktive Einbindung von Studierenden und verbinden haptische Sinneserfahrung und körperliche Bewegung mit dem Lernen. Ergo: Jedes Medium hat seine Stärken und seine Schwächen. „Moderne“ Lehrkräfte kennen diese und setzen ihre Medien bewusst ein.

Im Hinblick auf die Nutzung analoger Medien gibt es übrigens auch ein Argument, das gegen die Nutzung von Office Lense spricht: Handschriftliche Notizen unterstützen den Lernprozess wesentlich effektiver als das Lernen mit bereitgestellten Tafel-Fotos. Lehrende überlegen sich deshalb besser genau, welche Unterlagen zur Verfügung gestellt und welche von den Studierenden besser selbst erstellt werden.

Office Lens Facts

Kategorie Information/Präsentation/Multiplikation/Distribution
Anbieter und Webseite Microsoft
Windows Store
Play Store
App Store (bei manueller Suche Suchfilter für iPhone-Apps aktivieren)
Anwendungsbeispiele Einfaches Digitalisieren von Lehrmaterialien
Didkatisches Potential Bereitstellen und Verteilen von Informationen
Variation  Ergebnisse von Gruppenarbeiten der Studierenden dokumentieren

 

 

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Tweedback: Live-Feedback in großen Lehrveranstaltungen

Als Student fühlt sich ein gefüllter Hörsaal mit mehreren hundert Personen eher wie Kino an denn als interaktives Lehr-/Lernarrangement. Handmeldungen sind selten, selbst wenn der/die Lehrende aktiv Fragen stellt.

Trauen Sie sich in einem gefüllten Hörsaal, die Hand zu heben?

Trauen Sie sich in einem gefüllten Hörsaal, die Hand zu heben? – Foto: TUM Albert Scharger

Es braucht schon eine gehörige Portion Selbstvertrauen, sich mit einer Frage freiwillig aus der Masse zu heben. Erst recht, wenn sich die Frage zu banal anfühlt.

Umgekehrt: Als Lehrende/r vor mehreren hundert Studierenden zu stehen, gleicht eher einem Bühnenauftritt denn einem interaktivem Lehr-/Lernarrangement. Es gibt dabei allerdings keinen Applaus, wenn man etwas sehr gut erklärt hat.. obwohl man den als Feedback gut gebrauchen könnte. Spontane Fragen aus dem Publikum sind selten. Handmeldungen kommen in der Regel immer von denselben Studierenden.

Live-Feedbacksysteme unterstützen Lehrende und Studierende gleichermaßen, indem sie eine Rückmeldung über die aktuelle Lehrsituation geben. Das Feedbacksystem Tweedback kommt im Rahmen von BYOD zum Einsatz – übrigens ohne jeden Vorbereitungsaufwand, es ist nicht einmal eine Registrierung erforderlich.

Funktionsprinzip

Tweedback ähnelt einem Chat bzw. einer Twitterwall. Die Studierenden können anonym Fragen oder Kommentare mit maximal 140 Zeichen posten. Diese erscheinen unmittelbar auf der Chatwall von Tweedback. Die Postings können nun von den KommilitonInnen mittels Gefällt mir-Button in der Chatwall nach oben gewertet werden.

Tweedback Live-Feedback BYOD

Tweedback Live-Feedback BYOD

Lehrende (und Studierende) bekommen die Liste der Postings in der Reihenfolge der Wichtigkeit angezeigt. Fragen mit den meisten Gefällt mir-Bewertungen stehen oben. Im Optimalfall greift der/die Lehrende die Postings direkt in der Lehrveranstaltung auf oder bespricht sie im Anschluss an die Präsenz im Diskussionsforum der Lernplattform.

Vorgehensweise

Der/die Lehrende öffnet auf tweedback.de eine Veranstaltung und gibt die Lesson-ID – einen dreistelligen Buchstaben-Code – an die Studierenden. Diese verbinden sich mittels des Codes mit der Veranstaltung. Mehr gibt es nicht zu erklären – die Benutzeroberfläche ist sowohl für Lehrende als auch Studierende selbsterklärend.

Tipps für die Durchführung

  • Verwenden Sie neben dem Präsentations-Laptop ein zweites Gerät (Smartphone, Tablet), um die Feedbacks im Auge zu behalten.
  • Eine Projektion von Tweedback auf den Beamer ist nicht notwendig. Die Studierenden sehen den Gesamtstatus der Feedbacks auf den eigenen Geräten.
  • Regelmäßiger Blick auf das Feedback: Planen Sie den Blick auf das Feedback bereits bei der Vorbereitung der Vorlesungssitzung ein. Setzen Sie z.B. Cues in Ihren Notizen. Spätestens alle 10min sollten Sie auf das Feedback gucken.
  • Deuten Sie den Studierenden durch eine Geste oder ein Ritual an, dass Sie gleich einen Blick auf die Chatwall werfen. Hierdurch werden die Studierenden animiert, Fragen zu stellen bzw. zu bewerten.
    Beispiel: Das Tablet mit der Chatwall liegt einige Meter vom Pult entfernt. Sobald der/die Lehrende in Richtung des Tablets schlendert (ohne die Vorlesung zu unterbrechen), wissen die Studierenden bescheid.
  • Können Sie auf eine Frage/einen Kommentar nicht reagieren z.B. wegen Zeitdrucks oder weil sie schlicht gerade keine Antwort parat haben, kein Problem. Signalisieren Sie, dass Sie es gelesen haben und darauf später eingehen, z.B. im Diskussionsforum der Lernplattform.
  • Gerade in großen Veranstaltungen bleibt der ein oder andere Witz nicht aus. Ich empfehle, hier nicht zu kleinlich zu reagieren. Nimmt es Überhand, schalten Sie die Chatwall für ein paar Minuten aus. Die Studierenden bestrafen sich damit letztlich selbst.

Tweedback Facts

Kategorie Interaktion
Anbieter und Webseite Universität Rostock
http://tweedback.de
Anwendungsbeispiele Live-Feedback, Live-Abfrage
Didkatisches Potential Feedbackkanal für Lehrende und Studierende
Aktivierung von Studierenden
Live-Abfragen
Variation Punktuelle statt kontinuierlicher Nutzung, z.B. für die Klausurvorbesprechung
Panik-Button als Rückmeldung Ich bin inhaltlich abgehängt
Live-Abstimmungen mit vorgefertigten Single-Choice Fragen

 

DiDi-Webinar: Der Publikumsjoker – Live-Abfragen in Lehrveranstaltungen mit Pingo

Veranstaltungshinweis

PINGODiDi-Webinar (Digitale Didaktik)
Der Publikumsjoker: Live-Abfragen in Lehrveranstaltungen mit PINGO

Beschreibung: Gut gefragt ist halb gelernt – der Publikumsjoker in der Vorlesung. Live-Abfragen lockern die Lehrveranstaltung auf und geben dem Lehrenden wichtige Informationen über den Wissensstand der Teilnehmer. Das Webinar demonstriert das Abstimmungssystem PINGO der Universität Paderborn. Gesprächspartner ist Philipp Hermann.

Teilnahme:
Kostenfrei
Wann: Dienstag, 29.7. – 14 Uhr, Dauer 30-45min
Zugangslink https://webconf.vc.dfn.de/didi/ (Adobe Connect)
Voraussetzungen: Aktueller Brower und Flash Plug-In, Connect-App auf Mobilgeräten

Umfragen mit mQlicker

Auf die Frage, wovon es abhängt, wie viel in den Köpfen der Studierenden hängen bleibt, hat die Kognitionswissenschaftlerin Elsbeth Stern eine klare Anwort: Auf das Vorwissen kommt es an. Je besser die Lernenden eine eingehende Information an bestehendes Wissen anknüpfen können und je besser sie verstanden haben, was man mit dem neuen Wissen erklären, beziehungsweise welche Probleme man damit lösen kann, desto mehr bleibt haften.

Schulungssituation mit mQlickerEine Methode, um das Vorwissen der Studierenden zu aktivieren und für die Lehrenden sichtbar zu machen, sind elektronische Umfragen. Der/die Lehrende erstellt  einen Online-Fragebogen, den die Studierenden in der Lehrveranstaltung auf den eigenen Smartphones, Tablets oder Laptops beantworten. Die Umfrage wird automatisch ausgewertet und die Ergebnisse können unmittelbar in der Lehrveranstaltung besprochen werden. Auf diese Weise werden alle Studierenden aktiviert, jeder kann sich beteiligen. Das Vorwissen wie auch Fehlvorstellungen werden nicht nur für die Lehrenden sichtbar, auch die Studierenden bekommen ein Gefühl, wo sie im Vergleich zu den Kommilitonen stehen.

Es gibt zahlreiche Umfragetools, die diese Aufgabe meistern. Der mQlicker besticht durch die Live-Ergebnisse: Antworten können live mitverfolgt, sogar Live-Charts in Powerpointfolien eingebunden werden. Weiterhin glänzt es durch ein Responsive Design, dass die Umfragebeantwortung nahtlos allen Gerätetypen anpasst und damit sehr gut für ein BYOD-Setting geeignet ist. Für die kostenlose Nutzung ist lediglich eine Registrierung mit einer gültigen Emailadresse notwendig.

Bild der mQlicker BenutzeroberflächeLehrende legen zu Beginn eine New interaction an (im Beispiel rechts „Physik Grundlagen“, zum Vergrößern Bild anklicken) , was einem neuen Fragebogen entspricht. In diese Interaction werden die Fragen eingestellt. Zur Auswahl stehen Single Choice und Multiple Choice (eine bwz. mehrere Antworten können angekreuzt werden) sowie Number Entry und Text Entry (Zahlen- bzw. Textantworten). Etwas verwirrend sind die Begrifflichkeiten beim Erstellen der Frage: Name ist lediglich ein Schlagwort zum Identifizieren der Frage, während der eigentliche Fragetext in Instructions eingetragen wird. Ist der Fragebogen fertig, startet der Lehrende eine Session, die eigentliche Abfrage. Diese Session bekommt einen automatisch generierten vier- bis fünfstelligen Code. Mit diesem Zugangscode können die Teilnehmer mit ihren eigenen Geräten an der Umfrage teilnehmen – ein Idealszenario für BYOD – bring your own device.

mQlicker Facts

Kategorie Interaktion
Anbieter und Webseite Agin3 Pty Ltd. www.mqlicker.com
Anwendungsbeispiele Wissensabfragen, Lernzielkontrolle
Vorwissen abfragen, Themeneinführung
Meinungsumfragen
Didkatisches Potential Aktivierung der Studierenden
Aktivierung von Vorwissen
Feedbackkanal für Lehrende
Variation Fragen zweimal stellen und Studierende auffordern, sich vor der zweiten Beantwortung in Kleingruppen auszutauschen.